Zum Inhalt springen

Altes Testament

Jesaja Kapitel 7

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah in den Tagen Ahas', des Sohnes Jotams, des Sohnes Usijas, des Königs von Juda, da zog Rezin, der König von Aram1, mit Pekach, dem Sohn Remaljas, dem König Israels, nach Jerusalem herauf zum Kampf gegen es. Und man vermochte nicht gegen es anzukämpfen.
2Und dem Haus Davids wurde gemeldet: "Aram hat sich in Ephraim gelagert." Da bebte2 sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes beben3 vom Wind.
3Und Jahweh sagte zu Jesaja: "Geh hinaus, Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub4, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, zur Straße des Walkerfeldes hin.
4Und du sollst zu ihm sagen: Sei auf der Hut und halte dich still! Fürchte dich nicht, und dein Herz werde nicht weich vor diesen beiden rauchenden Holzstummeln, vor der Zornglut Rezins und Arams und des Sohnes Remaljas.
5Weil Aram Böses gegen dich plante, [sowie] Ephraim und der Sohn Remaljas, und sagte:
6'Wir werden nach Juda hinaufziehen und ihm Grauen einjagen und es uns erobern und den Sohn Tabeals in ihrer Mitte zum König machen', -
7so sagt der Herr, Jahweh: 'Es wird nicht zustande kommen und nicht geschehen;
8denn das Haupt von Aram ist Damaskus, und das Haupt von Damaskus ist Rezin; und noch fünfundsechzig Jahre, und Ephraim ist zerschlagen, kein Volk mehr5.
9Das Haupt von Ephraim ist Samaria, das Haupt von Samaria ist der Sohn Remaljas. Werdet ihr nicht festhalten, werdet ihr keinen festen Halt haben6!'"
10Und Jahweh fuhr fort, zu Ahas zu reden. Er sagte:
11"Erbitte dir ein Zeichen von Jahweh, deinem Gott, [sei es, dass es7] tief hinabgeht zum Scheol oder hoch hinaufgeht zur Höhe8!"
12Ahas aber sagte: "Ich werde nichts erbitten. Und ich will Jahweh nicht versuchen."
13Und er sagte: "Hört doch, Haus Davids! Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, dass ihr auch meinen Gott ermüdet?
14Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe! Die Jungfrau9 wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie wird seinen Namen 'Immanuel'10 nennen.
15Dickmilch11 und Honig wird er essen, bis [zu der Zeit, in der] er es versteht, das Böse zu verwerfen und sich das Gute zu erwählen;
16denn ehe der Knabe verstehen wird, das Böse zu verwerfen und sich das Gute zu erwählen, wird der Erdboden verlassen sein12, vor dessen beiden Königen dir graut.
17Jahweh wird über dich und über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage kommen lassen, wie sie nicht gekommen sind seit dem Tag, an dem Ephraim von Juda abgewichen ist: den König von Assur.
18Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird Jahweh herbeipfeifen die Fliege, die am Ende der Ströme Ägyptens ist, und die Biene, die im Land Assur ist.
19Und sie werden kommen, und sie alle werden sich lagern13 in Talschluchten steil abstürzender Höhen und in den Spalten der Felsen und in allen Dornensträuchern und an allen Tränkplätzen.
20An jenem Tag wird der Herr scheren durch das Schermesser, das jenseits des [Euphrat]stromes angeheuert wurde, durch den König von Assur, das Haupt und das Haar an den Beinen, ja, auch den Bart nimmt er weg.
21Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird sich ein Mann eine junge Kuh und zwei Schafe am Leben erhalten.
22Und es wird geschehen, wegen der Menge des Milchertrags wird er Dickmilch essen, ja, Dickmilch und Honig14 wird essen jeder Übriggebliebene inmitten des Landes.
23Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird jeder Ort, an dem [jetzt] tausend Weinstöcke stehen [im Wert] von tausend [Schekeln] Silber, den Dornen und Disteln verfallen sein.
24Mit Pfeilen und mit Bogen wird man dorthin gehen, denn das ganze Land wird zu Dornen und Disteln werden.
25Und [auf] alle Berge, die sie mit der Hacke zu behacken pflegen, dorthin wirst du nicht kommen, aus Furcht vor Dornen und Disteln. Und sie werden ein Ort sein, zu dem man Rinder hinschickt und der von Schafen zertreten wird."

Fußnoten

  1. 1 d. i.: Syrien; so a. i. Folg.
  2. 2 und wankte
  3. 3 und wanken
  4. 4 bed.: Ein Überrest wird umkehren; s. Jes 10,21.
  5. 5 eigtl.: weit davon entfernt, ein Volk <zu sein> (Der letzte Rest Ephraims wurde unter Esarhaddon ca. 674 v. Chr. ins Exil verschleppt; 2Chr 33,11.)
  6. 6 and.: Glaubt ihr nicht, <dann> bleibt ihr nicht!
  7. 7 o.: sie (näml.: die Bitte)
  8. 8 o.: erbitte es in der Tiefe oder oben in der Höhe.
  9. 9 almah (vom heb. Wort für "kraft- u. saftvoll; geschlechtsreif") ist die Jungfrau im heiratsfähigen Alter; das Wort wird nicht auf verheiratete Frauen bezogen. Vgl. 1Mo 24,43; 2Mo 2,8; Ps 68,26; Spr 30,19; Hld 1,3; 6,8.
  10. 10 bed.: Mit uns ist Gott, <der Starke>; s. Jes 8,8.10; Mt 1,23.
  11. 11 Butter u. Rahm (bzw.: Buttermilch) zus. mit Honig waren die einfache Speise der Wüste, besonders in Kriegszeiten; Jes 7,22.
  12. 12 n. d. gr. Üsg.: denn ehe der Knabe Gutes oder Böses erkennt, verwirft er das Schlechte, um sich das Gute zu erwählen; und verlassen wird der Landboden sein ...
  13. 13 und ruhen
  14. 14 S. zu V. 15.