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Altes Testament

Jesaja Kapitel 37

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Und es geschah, als der König Hiskia es hörte, da riss er seine Kleider entzwei und hüllte sich in Sacktuch und ging in das Haus Jahwehs.
2Und er sandte Eljakim, der über das Haus war, und Schebna, den Staatsschreiber, und die Ältesten der Priester, in Sacktuch gehüllt, zu Jesaja, dem Sohn des Amoz, dem Propheten,
3dass sie zu ihm sagen sollten: "So sagt Hiskia: Ein Tag der Bedrängnis und der Züchtigung und der Schmähung ist dieser Tag; denn die Kinder sind bis zum Muttermund gekommen, aber da ist keine Kraft zum Gebären.
4Vielleicht hört Jahweh, dein Gott, die Worte des Rabschake, den sein Herr, der König von Assur, gesandt hat, den lebenden Gott zu verhöhnen, und bestraft [ihn] wegen der Worte, die Jahweh, dein Gott, gehört hat. So erhebe denn ein Gebet für den Überrest, der sich vorfindet."
5Und die Knechte des Königs Hiskia kamen zu Jesaja.
6Und Jesaja sagte zu ihnen: "So sollt ihr zu eurem Herrn sagen: So sagt Jahweh: 'Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Burschen des Königs von Assur gelästert haben.
7Siehe! Ich gebe einen Geist in ihn, und er wird eine Nachricht hören und in sein Land zurückkehren, und ich werde ihn in seinem Land durchs Schwert fällen.'"
8Und der Rabschake kehrte zurück und fand den König von Assur im Kampf gegen Libna; denn er hatte gehört, dass er von Lachisch abgezogen war.
9Und der [König] hatte über Tirhaka, den König von Kusch1, sagen hören: "Er ist ausgezogen, mit dir zu kämpfen." Und als er das hörte, sandte er Boten zu Hiskia und sagte2:
10"So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sagen: Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, da du sagst: 'Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assur gegeben werden!'
11Siehe! Du hast selbst gehört, was die Könige von Assur allen Ländern getan haben, indem sie an ihnen den Bann vollstreckten3. Und du solltest gerettet werden?
12Haben die Götter der Völker, die meine Väter vernichteten, sie gerettet: Gosan und Haran und Rezef und die Söhne Edens, das in Telassar ist?
13Wo ist der König von Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt Sefarwajim, von Hena und Awa?"
14Und Hiskia nahm den Brief4 aus der Hand der Boten und las ihn. Und er ging hinauf in das Haus Jahwehs. Und Hiskia breitete ihn vor dem Angesicht Jahwehs aus.
15Und Hiskia betete zu Jahweh und sagte:
16"Jahweh der Heere, Gott Israels, der <zwischen>5 den Cherubim thront! Du allein, du bist der [Eine], der Gott6 für alle Königreiche der Erde! Du hast die Himmel und die Erde gemacht.
17Neige, Jahweh, dein Ohr und höre! Öffne, Jahweh, deine Augen und sieh! Ja, höre all die Worte Sanheribs, die er sandte, den lebenden Gott zu verhöhnen!
18Es ist wahr, Jahweh, die Könige von Assur haben alle Länder und deren Erde7 verwüstet,
19und sie haben ihre Götter ins Feuer gegeben, denn sie waren keine Götter, sondern Gemachtes von Menschenhänden, Holz und Stein. Und sie haben sie vernichtet.
20Und nun, Jahweh, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, dass du, Jahweh, der alleinige bist8!"
21Und Jesaja, der Sohn des Amoz, sandte zu Hiskia und sagte9: "So sagt Jahweh, der Gott Israels: Was du bezüglich Sanheribs, des Königs von Assur, zu mir gebetet hast10:
22Dieses ist das Wort, das Jahweh über ihn gesagt hat: 'Es verachtet dich, es verspottet dich die Jungfrau, die Tochter Zion! Es schüttelt das Haupt hinter dir her die Tochter Jerusalem.
23Wen hast du verhöhnt und gelästert? Und gegen wen hast du erhoben die Stimme und emporgerichtet deine Augen? Gegen den Heiligen Israels!
24Durch die Hand deiner Knechte hast du den Herrn verhöhnt und hast gesagt: 'Mit der Menge meiner Wagen habe ich die Höhe der Berge erstiegen, die <beiden> Flanken des Libanon! Und seine hohen Zedern11 haue ich um, seine erlesenen Wacholderbäume12. Auf seine äußerste Höhe werde ich kommen, in den Hochwald seines Baumgartens.
25Ich grub und konnte Wasser trinken. Und mit meinen Fußsohlen trockne ich aus alle Flussläufe13 Mazors14.'
26Hast du es nicht gehört? Von fernher habe ich das gewirkt und von den Tagen der Vorzeit her es geformt15. Nun habe ich's kommen lassen, dass du befestigte Städte verwüstest zu öden Steinhaufen.
27Und ihre Bewohner waren machtlos16. Sie wurden bestürzt und zuschanden, wurden [wie] Gewächs17 des Feldes und [wie] grünes Gras, [wie] Gras auf dem Dach und Getreide vor dem Halmwuchs18.
28Und ich weiß dein Sitzen und Ausgehen und Eingehen und dein Toben gegen mich.
29Wegen deines Tobens gegen mich - und weil dein Übermut in meine Ohren stieg, lege ich meinen Haken in deine Nase19 und meinen Zaum an deine Lippen und führe dich zurück auf dem Weg, auf dem du gekommen bist!' -
30Und dieses sei dir zum Zeichen: In diesem Jahr isst man den Nachwuchs20 und im zweiten Jahr den Wildwuchs. Aber im dritten Jahr sät und erntet und pflanzt Weinberge und esst ihre Frucht.
31Und das Entronnene des Hauses Juda, das übrig geblieben ist, wird wieder Wurzeln schlagen nach unten und Frucht tragen nach oben;
32denn von Jerusalem wird ausgehen ein Überrest und Entronnenes vom Berg Zion. Der Eifer Jahwehs der Heere wird dieses tun."
33"Darum", so sagt Jahweh über den König von Assur: "Nicht wird er in diese Stadt kommen. Und nicht wird er einen Pfeil dort schießen. Und nicht wird er ihr entgegentreten mit einem Schild. Und nicht wird er einen Wall gegen sie aufschütten.
34Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, auf dem wird er zurückkehren. Und er wird nicht in diese Stadt kommen", ist der Spruch Jahwehs.
35"Und ich werde diese Stadt beschirmen, sie zu retten um meinetwillen und um meines leibeigenen Knechtes Davids willen."
36Und der Bote Jahwehs ging aus und schlug im Heerlager Assurs hundertfünfundachtzigtausend. Und als man sich früh am Morgen aufmachte, - siehe! - da waren sie allesamt Leichen, tot.
37Und Sanherib, der König von Assur, brach auf und ging und kehrte zurück. Und er blieb in Ninive.
38Und es geschah, als er sich im Haus Nisrochs, seines Gottes, huldigend niederwarf, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Und sie entkamen in das Land Ararat. Und Asarhaddon, sein Sohn, wurde König an seiner Statt.

Fußnoten

  1. 1 Kusch (Name des südl. Niltals) ist das Gebiet südl. v. Syene (Hes 29,10): Äthiopien u. Sudan.
  2. 2 i. S. v.: ließ [ihm] sagen
  3. 3 und sie der Vernichtung weihten.
  4. 4 eigtl.: die Buchrollen
  5. 5 Vgl. 2Mo 25,22; 4Mo 7,89; and.: auf; über; bei
  6. 6 Im Heb. steht Elohim mit Artikel: der Gott; i. S. v.: der wahre und alleinige Gott.
  7. 7 so d. Mas. T.; gr. Üsg.: die ganze bewohnte Welt und ihr Landgebiet
  8. 8 i. S. v.: der alleinige Gott bist; vgl. 2Kön 19,19; n. d. gr. Üsg.: dass du allein Gott bist.
  9. 9 i. S. v.: ließ sagen
  10. 10 n. 2Kön 19,20 ist zu erg.: "habe ich gehört".
  11. 11 eigtl.: den Hochwuchs seiner Zedern
  12. 12 eigtl.: die Auswahl seiner Wacholderbäume
  13. 13 und Kanäle
  14. 14 D. i. ein anderer Name für Ägypten.
  15. 15 o.: gedanklich gebildet; entworfen; geplant
  16. 16 w.: waren kurz von Hand.
  17. 17 o.: wie Kräuter; wie grüne Pflanzen
  18. 18 d. h.: wie Getreide, [das verdorrt ist,] ehe es ein stehender Halm werden kann.
  19. 19 o.: Nüstern; eigtl.: in deine <beiden> Nasenlöcher
  20. 20 i. S. v.: was von selbst wächst