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Altes Testament

Jesaja Kapitel 24

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Siehe! Jahweh entleert1 das Land2 und verheert es und entstellt sein Antlitz3 und zerstreut seine Bewohner.
2Und wie dem Volk, so ergeht es dem Priester, wie dem Knecht, so seinem Herrn, wie der Magd, so ihrer Gebieterin, wie dem Käufer, so dem Verkäufer, wie dem Verleiher, so dem Borger, wie dem Schuldner, so seinem Gläubiger.
3Ganz geleert wird das Land und restlos geplündert! Ja, Jahweh hat dieses Wort gesprochen.
4Es trauert, es welkt dahin das Land. Es schmachtet, es welkt dahin das Festland4. Es schmachten dahin die Hohen des Volkes im Land.
5War doch befleckt5 das Land unter seinen Bewohnern, denn sie übertraten die Weisungen6, überschritten die Satzung, brachen den ewigen Bund.
6Darum fraß ein Fluch das Land, und die darin wohnten, mussten es büßen. Darum sind von Glut verzehrt7 die Bewohner des Landes, und wenige Sterbliche sind übrig.
7Es trauert der Most. Der Weinstock ist welk. Es seufzen alle, die freudigen Herzens waren.
8Es ruht die Freude der Tamburine. Aufgehört hat das Toben der Ausgelassenen8. Es ruht die Freude der Leier.
9Nicht mehr trinkt man unter Gesang den Wein. Bitter schmeckt der Rauschtrank seinen Trinkern.
10Zertrümmert ist die verödete Burgstadt, jedes Haus ist dem Eintritt verschlossen.
11Auf den Straßen ist Gejammer um den Wein9! Abend geworden ist es [mit] aller Freude. Ausgewandert10 ist die Wonne des Landes.
12In der Stadt ist <schaurige> Öde geblieben. Zu Trümmern zerschlagen wurde das Tor.
13Ja, so wird es geschehen mitten im Land, unter den Volksscharen: wie beim Abschlagen der Oliven, wie bei der Nachlese, wenn die Weinernte vorüber ist.
14Jene11 erheben ihre Stimme, jubeln. Vom Meer her jauchzen sie über die Majestät Jahwehs:
15"Darum gebt Jahweh Ehre im Osten12, in den Küstengebieten13 des Meeres14, dem Namen Jahwehs, des Gottes Israels!"
16Vom Ende der Erde her hören wir Gesänge: "Zierde dem Gerechten15!" - Ich aber sage: "Ich vergehe16. Ich vergehe. Wehe mir! Treulos handeln die Treulosen17. In Treulosigkeit handeln die Treulosen treulos."
17Grauen und Grube und Fanggarn über dich, Bewohner des Landes!
18Und es wird geschehen: Wer vor der Stimme des Grauens flieht, fällt in die Grube; und wer aus der Grube steigt, wird im Fanggarn gefangen. Ja, in der Höhe tun sich Schleusen auf, und die Grundfesten des Landes erbeben.
19Mit Erschüttern wird erschüttert das Land. Brechend zerbricht das Land. Wankend wankt das Land.
20Taumelnd, taumelt das Land wie ein Betrunkener. Es wankt hin und her wie eine Nachthütte18. Schwer lastet auf ihm sein Treuebruch. Es fällt und steht nicht wieder auf.
21Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird Jahweh heimsuchen das Heer der Höhe in der Höhe und die Könige des Erdbodens am Erdboden.
22Und sie werden einbehalten, wie man Gefangene einbehält in der Grube, und werden in den Kerker eingeschlossen. Nach vielen Tagen werden sie heimgesucht werden.
23Da wird der Mond schamrot sein und die glühende Sonne beschämt sein, denn Jahweh der Heere herrscht als König auf dem Berg Zion und in Jerusalem; und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit.

Fußnoten

  1. 1 o.: verwüstet; plündert aus
  2. 2 o.: die Ländereien; so a. i. Folg.
  3. 3 o.: kehrt seine Fläche um
  4. 4 thebel bed. die bewohnte Welt bzw. Teile davon; der Umfang wird vom Kontext bestimmt.
  5. 5 o.: ruchlos gemacht; verunstaltet; profaniert
  6. 6 Im Heb. Mehrzahl v. thorah (Gesetze; Unterweisungen).
  7. 7 o.: haben an Zahl abgenommen; sind geschwunden
  8. 8 o.: das Getöse der Frohlockenden.
  9. 9 d. i.: um den nach der Verwüstung der Weinberge fehlenden Wein
  10. 10 o.: Fortgeschleppt
  11. 11 Gemeint ist der Überrest Israels.
  12. 12 o.: in den [östlichen] Lichtgegenden
  13. 13 und Inseln
  14. 14 d. i.: des Mittelmeerraumes
  15. 15 kollektive Einzahl; vgl. Jes 3,10.
  16. 16 eigtl.: Auszehrung (o.: Hinschwinden) <ist> mir!
  17. 17 o.: Abtrünnig handeln die Abtrünnigen.
  18. 18 Vgl. Jes 1,8.