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Altes Testament

Jesaja Kapitel 6

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Im Todesjahr des Königs Usija, da sah ich meinen Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Thron. Und seine Säume1 füllten die Tempelhalle.
2Serafe2 standen oben über ihm. Sechs Flügel, sechs Flügel [hatte] ein jeder: In zweien verbarg er sein Angesicht, in zweien verbarg er seine Füße, und mit zweien flog3 er.
3Und einer rief dem anderen zu und sagte: "Heilig, heilig, heilig ist Jahweh der Heere! Alle Erde ist voll von seiner Herrlichkeit!"
4Und es erbebten die Pfosten der Schwellen4 von der Stimme dessen, der [jeweils] rief. Und das Haus wurde voll Rauch.
5Und ich sagte: "Wehe mir, denn ich verstumme5 - denn ich bin ein Mann unreiner Lippen und wohne inmitten eines Volkes unreiner Lippen -, weil meine Augen den König, Jahweh der Heere, gesehen haben."
6Und es flog einer der Serafe zu mir her, eine glühende Kohle in seiner Hand. Mit einer Zange hatte er sie oben vom Altar genommen.
7Und er berührte meinen Mund. Und er sagte: "Siehe! Das hat deine Lippen berührt, und deine Schuld ist gewichen und deine Sünde bedeckt6."
8Und ich hörte die Stimme meines Herrn, der sagte: "Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?" Und ich sagte: "Hier bin ich. Sende mich."
9Und er sagte: "Gehe hin und sage diesem Volk: Hörend werdet ihr hören und gar nicht verstehen, und hinsehend werdet ihr hinsehen und gar nicht erkennen7!
10- Mache das Herz dieses Volkes fett8 und mache seine Ohren schwer[hörig] und verklebe9 seine Augen, damit es nicht etwa mit seinen Augen sehe und mit seinen Ohren höre und sein Herz verstehe und es umkehre und man ihm Heilung schaffe."10
11Und ich sagte: "Wie lange, Herr?" Und er sagte: "Bis die Städte verwüstet sind, ohne Bewohner, und die Häuser, ohne Menschen, und der Ackerboden verwüstet ist, eine Einöde.
12Jahweh wird die Menschen weit fortschicken. Und groß wird die Verlassenheit sein mitten im Lande.
13Und ist noch ein Zehntel darin, so fällt es wiederum der Verwüstung11 anheim - wie die Terebinthe12 und wie die Eiche, von denen beim Fällen ein Stumpf [bleibt]. Ein heiliger Same ist sein Stumpf."

Fußnoten

  1. 1 d. i.: die Säume seines Gewandes
  2. 2 o.: Flammenwesen; Feuergeister; serafim bed. a. "Schlangen, Drachen" (Jes 14,29; 4Mo 21,6).
  3. 3 o.: schwebte
  4. 4 Gemeint ist das Gebälk der Oberschwellen des Tempelportals.
  5. 5 o.: ich bin zum Verstummen gebracht; and.: ich vergehe
  6. 6 o.: gesühnt
  7. 7 so der Mas. T.; n. Mt 13,14 u. d. gr. Üsg.: sehen
  8. 8 o.: empfindungslos
  9. 9 o.: bestreiche
  10. 10 so n. d. Mas. T.; n. Mt 13,15 u. d. gr. Üsg.: "- denn das Herz dieses Volkes wurde empfindungslos, und mit den Ohren wurden sie schwerhörig, und ihre Augen verschlossen sie, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und umkehren möchten und ich sie heilte." (Vgl. Mk 4,12; Joh 12,40; Apg 28,27; Röm 11,8.)
  11. 11 o.: dem Kahlfressen
  12. 12 o.: die Steineiche