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Altes Testament

Jesaja Kapitel 51

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Hört auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die ihr Jahweh sucht! Blickt hin auf den Felsen, [aus dem] ihr gehauen wurdet, und auf die Brunnenhöhle, [aus der] ihr gegraben wurdet.
2Blickt hin auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch geboren hat; denn als er [nur] einer war, rief ich ihn. Und ich segnete ihn und mehrte ihn.
3Fürwahr, Jahweh tröstet Zion, tröstet alle ihre Trümmer, macht ihre Wüste wie Eden, ihre Steppe wie den Garten Jahwehs. Darin wird Wonne und Freude gefunden, Lob1 und Stimme des Gesangs."
4"Merkt auf mich, mein Volk, und mein Volksstamm, leiht mir das Ohr! - denn Weisung wird ausgehen von mir, und mein Recht als Licht für die Volksscharen. Im Nu
5ist meine Gerechtigkeit nahe. Mein Heil zieht hinaus, meine Arme richten die Volksscharen. Auf mich hoffen die Küstenländer2, und auf meinen Arm warten sie.
6Erhebt eure Augen zu den Himmeln und blickt auf das Land3 unten! Fürwahr, wie Rauch werden die Himmel sich auflösen, und wie ein Kleid wird das Land zerfallen, und seine Bewohner werden dahinsterben. Aber mein Heil wird bestehen in Ewigkeit, und meine Gerechtigkeit wird nicht zerschlagen werden."
7"Hört auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennt, Volk, in dessen Herzen meine Weisung ist: Fürchtet nicht das Höhnen der Sterblichen4 und lasst euch nicht in Schrecken setzen5 durch ihre Hohnreden,
8denn wie ein Kleid wird die Motte sie verzehren und wie Wolle die Schabe sie verzehren. Aber meine Gerechtigkeit wird bestehen in Ewigkeit, und mein Heil von Geschlecht zu Geschlecht6."
9"Wach auf! Wach auf! Kleide dich in Kraft, Arm Jahwehs! Wach auf wie in den Tagen der Vorzeit, in den Geschlechtern der Ewigkeiten! Bist nicht du der, der Rahab7 zerhaute, das Seeungeheuer durchbohrte?
10Bist nicht du der, der das Meer austrocknete, die Wasser der großen Flut, der einen Weg bahnte durch die Tiefen des Meeres, dass die Erlösten hindurchzogen?
11Und die Befreiten Jahwehs kehren zurück, und sie werden kommen nach Zion mit Jubel, ewige Freude wird über ihrem Haupt sein. Wonne und Freude werden sie einholen8. Kummer und Seufzen werden entfliehen."
12"Ich, ich selbst [bin] der, der euch tröstet. Wer bist du, dass du dich fürchtest vor einem Sterblichen, der hinstirbt, und vor einem Sohn Adams, der dahingegeben wird wie Gras,
13und dass du Jahweh vergisst, der dich macht9, der die Himmel ausspannt und die Erde10 gründet, dass du dich stets, den ganzen Tag, fürchtest vor der Grimmglut des Bedrängers, wenn er sich rüstet11, um zu verderben? Wo ist denn die Grimmglut des Bedrängers?
14Eilends wird der Gekrümmte entfesselt12, und nicht muss er hinsterben zur Grube, und sein Brot wird ihm nicht mangeln."
15"Ich aber bin Jahweh, dein Gott, der das Meer erregt, dass seine Wogen brausen, Jahweh der Heere ist sein Name:
16Ich lege meine Worte in deinen Mund und bedecke dich mit dem Schatten meiner Hand, um die Himmel auszuspannen13 und die Erde14 zu gründen15 und zu Zion zu sagen: 'Du bist mein Volk!'"
17"Raffe dich auf16! Raffe dich auf! Erstehe17, Jerusalem, die du aus der Hand Jahwehs trankst den Becher seiner Grimmglut! Den Kelch, den Becher des Taumels trankst du aus, leertest du.
18Da war niemand, der sie leitete18, von allen Söhnen, die sie geboren hatte, und niemand, der sie bei der Hand nahm, von allen Söhnen, die sie großgezogen hatte.
19Dieses beides hat dich getroffen - wer bekundet dir Beileid? Verwüstung und Zusammenbruch und Hunger und Schwert - wie soll ich dich trösten?
20Deine Kinder sanken ohnmächtig hin. Sie lagen an allen Straßenecken wie die Antilope19 im Netz, gefüllt von der Grimmglut Jahwehs, vom Drohen20 deines Gottes."
21"Darum höre dieses, [du] Gebeugte und Betrunkene - aber nicht von Wein!
22So sagt Jahweh, dein Herr, dein Gott, der für sein Volk rechtet21: Siehe! Ich nehme dir den Taumelbecher aus deiner Hand, den Kelch, den Becher meiner Grimmglut, du wirst ihn hinfort nicht mehr trinken.
23Ich gebe ihn in die Hand deiner Peiniger22, die zu deiner Seele sagten: 'Bücke dich, dass wir darüberschreiten!' Und du machtest deinen Rücken der Erde gleich, wie eine Straße für die, die darüberschritten."

Fußnoten

  1. 1 o.: Dank; Danklied
  2. 2 und Inseln
  3. 3 o.: die Erde; die Ländereien; so a. i. Folg.
  4. 4 Das heb. änosch bez. den Menschen als Kränklichen, Schwächlichen, Hinfälligen; so a. i. Folg.
  5. 5 und verliert nicht den Mut
  6. 6 o.: von Generation zu Generation; w.: zu Generation der Generationen.
  7. 7 Bez. für ein Seeungeheuer (eigtl.: Toben, Großtuer; Ungetüm); hier: Sinnbild für Ägypten. Vgl. Ps 74,13; 89,11; Jes 30,7; Hes 29,3.
  8. 8 i. S. v.: werden sich ihrer bemächtigen.
  9. 9 o.: der dich im Begriff ist zu machen; so a. i. Folg.: ... auszuspannen und ... zu gründen
  10. 10 o.: das Land
  11. 11 o.: wenn er zielt; [den Bogen] spannt; hier i. S. v. "sich rüsten"; vgl. Ps 59,5.
  12. 12 o.: entkettet
  13. 13 eigtl.: die Himmel zu pflanzen; hier im übertragenen Sinne: das Himmelszelt aufzuschlagen <und zu befestigen>.
  14. 14 o.: das Land; vgl. Jes 65,16-18.
  15. 15 o.: den Grundstein [für] die Erde zu legen
  16. 16 o.: Lass dich rege machen; o.: Wecke dich; das heb. Wort hat dieselbe Wurzel wie "Wach auf" in V. 9.
  17. 17 o.: Auferstehe; stehe auf; vgl. Jes 26,19; 49,6.8; 52,2.
  18. 18 und zur Ruhe brachte
  19. 19 o.: die Gazelle
  20. 20 und Schelten
  21. 21 o.: den Rechtsstreit führt
  22. 22 o.: derer, die dich betrübten; derer, die dir Jammer bereiteten