Altes Testament
Jesaja Kapitel 5
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1So will ich denn singen von meinem Geliebten, das Lied meines Liebsten, von seinem Weinberg: Einen Weinberg besaß1 mein Geliebter, auf einer Bergeshöhe2, überaus fruchtbar3.
2Und er grub ihn um und entsteinte ihn, bepflanzte ihn mit Edelreben, baute einen Turm in seine Mitte, hieb auch eine Kelter darin aus - und wartete4, dass er Trauben brächte, doch er brachte stinkende5 [Beeren] hervor.
3Und jetzt, Bewohner Jerusalems und Männer von Juda, richtet zwischen mir und meinem Weinberg!
4Was war noch an meinem Weinberg zu tun, das ich an ihm nicht getan hätte? Warum brachte er, als ich wartete, dass er Trauben brächte, stinkende [Beeren] hervor?
5Und jetzt, so will ich euch denn kundtun, was ich an meinem Weinberg tun werde: seinen Zaun wegnehmen, dass er abgeweidet werde, seine Mauer niederreißen, dass er zertreten werde!
6Zur Wüstenei mache ich ihn! Er werde nicht beschnitten und werde nicht behackt! Und Dorn soll aufsteigen, und Distel. Und den Wolken werde ich befehlen, dass sie keinen Regen über ihn regnen.
7Fürwahr, der Weinberg Jahwehs der Heere ist das Haus Israel, und die Männer von Juda6 sind die Pflanzung seiner Lust. Ja, er wartete auf Rechtsspruch7, und siehe da: Rechtsbruch8, auf Gerechtigkeit, und siehe da: Schlechtigkeit9.
8Wehe denen, die Haus an Haus reihen, die Feld an Feld naherücken, bis der Raum zu Ende ist und ihr allein ansässig seid im Innern des Landes!
9In meinen Ohren ist Jahweh der Heere10: "Wenn nicht viele Häuser zur Öde werden, die großen und schönen - ohne Bewohner ...!"11
10Fürwahr, zehn Joch12 Weinberge werden ein Bat13 [nur] bringen, und ein Homer14 Samen wird ein Epha [nur] bringen.
11Wehe denen, die früh am Morgen auf sind, dem Rauschtrank nachjagen, die in der Dämmerung verziehen, der Wein erhitzt sie;
12Leier und Harfe, Tamburin und Flöte und Wein sind bei ihren Gelagen; aber auf das Tun Jahwehs blicken sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.
13Darum wird mein Volk weggeführt aus Mangel an Erkenntnis, und seine Herrlichen werden Hungerleider sein, seine prunkende Menge ist trocken vor Durst.
14Darum sperrt der Scheol15 seinen Schlund16 weit auf, reißt seinen Rachen auf ohne Maß. Und hinab fährt sein17 Prunk, sein Getümmel, sein Getöse, und was so vergnügt war in ihm.
15Und gebeugt wird der Mensch und erniedrigt der Mann, die Augen der Hochmütigen werden erniedrigt.
16Und Jahweh der Heere wird sich als erhaben erweisen im Gericht18, Gott, <der Starke>, der Heilige, wird sich als heilig erweisen in Gerechtigkeit.
17Und Lämmer weiden da wie auf ihrer Trift, und Fremde19 werden sich nähren von den Trümmerstätten der [einst] Fetten20.
18Wehe denen, die Schuldstrafe herbeiziehen an Stricken der Nichtigkeit und Sündenstrafe wie an Wagenseilen,
19die sagen: "Er eile, er beschleunige sein Tun, dass wir es sehen. Es nahe und komme der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir ihn erfahren21!"
20Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis, die Bitteres als süß hinstellen und Süßes als bitter!
21Wehe denen, die in ihren Augen weise sind und die sich selbst für verständig halten22!
22Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken, tüchtige Männer im Mischen von Rauschtrank,
23die um ein Bestechungsgeschenk den Ehrfurchtslosen gerecht sprechen und Gerechten ihre Gerechtigkeit absprechen23!
24Darum, wie die Feuerzunge Stoppeln verzehrt und Heu in der Flamme zusammensinkt, wird ihre Wurzel wie Moder werden und ihre Blüte auffliegen wie Staub; denn die Weisung Jahwehs der Heere haben sie verworfen, und das Reden des Heiligen Israels haben sie verschmäht.
25Darum ist der Zorn Jahwehs gegen sein Volk entbrannt, und er streckt seine Hand aus gegen sie, und schlägt sie, dass die Berge erbeben. Und ihre Leichen24 sind wie Kot mitten auf den Straßen. Bei alldem hat sein Zorn sich nicht abgewandt, und seine Hand ist noch ausgestreckt.
26Und er wird ein Feldzeichen25 erheben den Völkern von ferne. Und er pfeift [einen]26 herbei vom Ende der Erde27. Und - siehe! - eilends, flink kommt er.
27Es ist kein Ermatteter darunter und kein Strauchelnder. Er wird nicht schlummern und wird nicht schlafen. Und der Schurz seiner Lenden löst sich nicht. Und der Riemen seiner Sandalen reißt nicht;
28er, dessen Pfeile geschärft, und dessen Bogen alle gespannt sind, die Hufe seiner Pferde sind wie Kieselsteine zu achten und seine Wagenräder wie der Sturmwind.
29Sein Brüllen ist wie das einer Löwin, wie die Junglöwen brüllt er. Und er dröhnt auf, packt die Beute, sichert sie; und kein Befreier ist da.
30Und er dröhnt über ihr28 an jenem Tag wie das Dröhnen des Meeres. Und man29 blickt zur Erde30, und - siehe! - bedrängende Finsternis, und das Licht an ihrem Wolkenhimmel31 ist finster.
2Und er grub ihn um und entsteinte ihn, bepflanzte ihn mit Edelreben, baute einen Turm in seine Mitte, hieb auch eine Kelter darin aus - und wartete4, dass er Trauben brächte, doch er brachte stinkende5 [Beeren] hervor.
3Und jetzt, Bewohner Jerusalems und Männer von Juda, richtet zwischen mir und meinem Weinberg!
4Was war noch an meinem Weinberg zu tun, das ich an ihm nicht getan hätte? Warum brachte er, als ich wartete, dass er Trauben brächte, stinkende [Beeren] hervor?
5Und jetzt, so will ich euch denn kundtun, was ich an meinem Weinberg tun werde: seinen Zaun wegnehmen, dass er abgeweidet werde, seine Mauer niederreißen, dass er zertreten werde!
6Zur Wüstenei mache ich ihn! Er werde nicht beschnitten und werde nicht behackt! Und Dorn soll aufsteigen, und Distel. Und den Wolken werde ich befehlen, dass sie keinen Regen über ihn regnen.
7Fürwahr, der Weinberg Jahwehs der Heere ist das Haus Israel, und die Männer von Juda6 sind die Pflanzung seiner Lust. Ja, er wartete auf Rechtsspruch7, und siehe da: Rechtsbruch8, auf Gerechtigkeit, und siehe da: Schlechtigkeit9.
8Wehe denen, die Haus an Haus reihen, die Feld an Feld naherücken, bis der Raum zu Ende ist und ihr allein ansässig seid im Innern des Landes!
9In meinen Ohren ist Jahweh der Heere10: "Wenn nicht viele Häuser zur Öde werden, die großen und schönen - ohne Bewohner ...!"11
10Fürwahr, zehn Joch12 Weinberge werden ein Bat13 [nur] bringen, und ein Homer14 Samen wird ein Epha [nur] bringen.
11Wehe denen, die früh am Morgen auf sind, dem Rauschtrank nachjagen, die in der Dämmerung verziehen, der Wein erhitzt sie;
12Leier und Harfe, Tamburin und Flöte und Wein sind bei ihren Gelagen; aber auf das Tun Jahwehs blicken sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.
13Darum wird mein Volk weggeführt aus Mangel an Erkenntnis, und seine Herrlichen werden Hungerleider sein, seine prunkende Menge ist trocken vor Durst.
14Darum sperrt der Scheol15 seinen Schlund16 weit auf, reißt seinen Rachen auf ohne Maß. Und hinab fährt sein17 Prunk, sein Getümmel, sein Getöse, und was so vergnügt war in ihm.
15Und gebeugt wird der Mensch und erniedrigt der Mann, die Augen der Hochmütigen werden erniedrigt.
16Und Jahweh der Heere wird sich als erhaben erweisen im Gericht18, Gott, <der Starke>, der Heilige, wird sich als heilig erweisen in Gerechtigkeit.
17Und Lämmer weiden da wie auf ihrer Trift, und Fremde19 werden sich nähren von den Trümmerstätten der [einst] Fetten20.
18Wehe denen, die Schuldstrafe herbeiziehen an Stricken der Nichtigkeit und Sündenstrafe wie an Wagenseilen,
19die sagen: "Er eile, er beschleunige sein Tun, dass wir es sehen. Es nahe und komme der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir ihn erfahren21!"
20Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis, die Bitteres als süß hinstellen und Süßes als bitter!
21Wehe denen, die in ihren Augen weise sind und die sich selbst für verständig halten22!
22Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken, tüchtige Männer im Mischen von Rauschtrank,
23die um ein Bestechungsgeschenk den Ehrfurchtslosen gerecht sprechen und Gerechten ihre Gerechtigkeit absprechen23!
24Darum, wie die Feuerzunge Stoppeln verzehrt und Heu in der Flamme zusammensinkt, wird ihre Wurzel wie Moder werden und ihre Blüte auffliegen wie Staub; denn die Weisung Jahwehs der Heere haben sie verworfen, und das Reden des Heiligen Israels haben sie verschmäht.
25Darum ist der Zorn Jahwehs gegen sein Volk entbrannt, und er streckt seine Hand aus gegen sie, und schlägt sie, dass die Berge erbeben. Und ihre Leichen24 sind wie Kot mitten auf den Straßen. Bei alldem hat sein Zorn sich nicht abgewandt, und seine Hand ist noch ausgestreckt.
26Und er wird ein Feldzeichen25 erheben den Völkern von ferne. Und er pfeift [einen]26 herbei vom Ende der Erde27. Und - siehe! - eilends, flink kommt er.
27Es ist kein Ermatteter darunter und kein Strauchelnder. Er wird nicht schlummern und wird nicht schlafen. Und der Schurz seiner Lenden löst sich nicht. Und der Riemen seiner Sandalen reißt nicht;
28er, dessen Pfeile geschärft, und dessen Bogen alle gespannt sind, die Hufe seiner Pferde sind wie Kieselsteine zu achten und seine Wagenräder wie der Sturmwind.
29Sein Brüllen ist wie das einer Löwin, wie die Junglöwen brüllt er. Und er dröhnt auf, packt die Beute, sichert sie; und kein Befreier ist da.
30Und er dröhnt über ihr28 an jenem Tag wie das Dröhnen des Meeres. Und man29 blickt zur Erde30, und - siehe! - bedrängende Finsternis, und das Licht an ihrem Wolkenhimmel31 ist finster.
Fußnoten
- 1 o.: In Besitz von einem Weinberg kam
- 2 eigtl.: auf einem Horn (d. h.: einer freistehenden steilen Erhebung)
- 3 w.: ein Sohn des Öls
- 4 o.: hoffte; so a. i. Folg.
- 5 o.: herbe; saure
- 6 eigtl.: die Mannschaft Judas
- 7 i. S. v.: gerechte Rechtsprechung
- 8 o.: Gewalttat; o.: Übergriff; o.: Blutvergießen; Bed. ungewiss.
- 9 eigtl.: Wehgeschrei; im Heb. ein Wortspiel
- 10 d. h.: klingt der Schwur Jahwehs der Heere
- 11 Der Satz ist eine Schwurformel; nur die erste Hälfte wird ausgesprochen; die zweite (etwa: "dann will ich nicht Gott heißen") bleibt unerwähnt.
- 12 Ein Joch ist die Fläche, die ein Gespann an einem Tag umpflügt.
- 13 Ein Bat (Getreide) entspricht einem Epha (Flüssigkeit), ca. 22-36 l.
- 14 Ein Homer entspricht 10 Epha.
- 15 D. i. der Bereich der Toten.
- 16 w.: seine Seele; vgl. Hab 2,5.
- 17 d. i.: Jerusalems
- 18 o.: wird erhaben sein durch Gericht
- 19 viell.: Wanderhirten
- 20 d. i.: der [vormals von Reichtum] Strotzenden
- 21 o.: erkennen
- 22 eigtl.: die vor ihrem eigenen Angesicht Einsichtsvollen (o.: Verständigen)
- 23 o.: und dem, der schuldlos ist, das Recht absprechen.
- 24 eigtl.: ihre Leiche (kollektive Einzahl mit Mehrzahlbedeutung; wie Jes 26,19)
- 25 d. h.: ein Banner zum Kampf
- 26 näml.: Assur
- 27 o.: von den Rändern des Erdreichs
- 28 d. i.: über der Beute (näml. Juda)
- 29 o.: er (Juda)
- 30 d. h.: zur Erde Israels
- 31 o.: durch sein (des Landes) Nebeldunkel; die Bed. des heb. Wortes ist unsicher.