Altes Testament
Jesaja Kapitel 65
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1"Ich ließ mich suchen1 von denen, die nicht [nach mir] fragten. Ich wurde gefunden von denen, die mich nicht suchten. Ich sagte: 'Hier bin ich, hier bin ich!', zu einem Volk*, auf das mein Name nicht gerufen worden war.2
2Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus zu einem störrischen Volk, die auf dem Weg gehen, der nicht gut ist, ihren [eigenen] Gedanken3 nach.
3Das Volk, das mich ständig ins Angesicht reizt; die in den Gärten opfern und auf Ziegeln Rauchopfer darbringen,
4die in den Gräbern sitzen und an verborgenen Orten übernachten, die Schweinefleisch essen und Gräuliches in ihren Gefäßen haben,
5die da sagen: 'Bleib für dich! Komm mir nicht nahe, denn ich bin dir <gegenüber> heilig4!' - diese sind ein Rauch in meiner Nase, ein Feuer, das den ganzen Tag brennt.
6Siehe! Es ist vor mir aufgeschrieben. Ich werde nicht schweigen, bis ich vergolten habe. Und ich werde vergelten - in ihren Schoß hinein!
7Eure Verschuldungen <sind es> mitsamt den Verschuldungen eurer Väter", sagt Jahweh, "die Rauchopfer darbrachten auf den Bergen und mich auf den Hügeln verhöhnten! Ja, ihnen zuerst werde ich zumessen ihren Lohn - in ihren Schoß hinein!"
8So sagt Jahweh: "Wie sich Saft in der Traube findet und man sagt: 'Verdirb sie nicht, denn ein Segen ist in ihr!', so will ich um meiner Knechte willen tun, dass ich nicht das Ganze verderbe.
9Ich bringe aus Jakob Samen hervor, aus Juda einen erblichen Besitzer meiner Berge. Erben5 sollen es meine Erwählten, meine Knechte sollen dort wohnen.
10Scharon6 wird zum Weideland der Schafe und das Tal Achor zum Lagerplatz der Rinder für mein Volk, das mich gesucht hat.
11Ihr aber, die ihr Jahweh verlasst, die ihr meinen heiligen Berg vergesst, die ihr dem Gad7 einen Tisch zurichtet und der Meni8 den Mischkrug füllt:
12Ja, dem Schwert teile ich euch zu, ihr alle müsst zur Schlachtung niederknien, weil ich rief und ihr nicht antwortetet, redete und ihr nicht hörtet, das Böse in meinen Augen tatet und euch erwähltet, was mir nicht gefällt."
13"Darum", so hat mein Herr, Jahweh, gesagt: "Siehe! Meine Knechte werden essen, euch aber wird hungern. Siehe! Meine Knechte werden trinken, euch aber wird dürsten. Siehe! Meine Knechte werden sich freuen, ihr aber werdet zuschanden sein.
14Siehe! Meine Knechte werden jubeln vor Herzenslust9, ihr aber werdet aufschreien vor Herzeleid, und vor Zerbruch10 des Geistes werdet ihr heulen.
15Und ihr werdet euren Namen meinen Erwählten zum Fluchwort hinterlassen: 'Der Herr, Jahweh, soll dich töten!' Seine Knechte aber wird er mit einem anderen Namen benennen,
16sodass der, der da segnet im Lande11, segnen wird bei dem Gott der Treue, und der, der da schwört im Lande, schwören wird bei dem Gott der Treue; denn vergessen sind <dann> die früheren Nöte, ja, verborgen sind sie - von meinen Augen hinweg;"
17"denn - seht! - ich schaffe12 einen neuen Himmel13 und eine neue Erde14. Und des Früheren gedenkt man nicht mehr, es wird nicht mehr aufsteigen im Herzen.
18Vielmehr seid entzückt und frohlockt fort und fort über das, was ich schaffe15, denn seht!, ich schaffe16 Jerusalem zum Frohlocken und sein Volk zum Entzücken!
19Ich frohlocke über Jerusalem und bin entzückt über mein Volk. Und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird darin nicht mehr gehört werden.
20Und es wird dort nicht geben einen Säugling von wenigen Tagen17 und einen Greis, der seine Tage nicht erfüllt18; denn der Jugendliche wird als Hundertjähriger19 sterben, und der Sünder wird als Hundertjähriger vom Fluch getroffen werden20.
21Sie werden Häuser bauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen.
22Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, nicht pflanzen und ein anderer isst; denn wie die Tage eines Baumes werden die Tage meines Volkes sein. Und was ihre Hände erarbeitet haben, werden meine Erwählten [selbst] aufbrauchen.
23Sie werden nicht vergeblich sich mühen und nicht zur Bestürzung gebären, denn [der] Same21 der Gesegneten Jahwehs sind sie und ihre Sprösslinge mit ihnen.
24Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, werde ich antworten, noch während sie reden, werde ich hören.
25Wolf und Lamm weiden zusammen; und der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Und die Schlange: Staub ist nun ihr Brot. Nicht wird man übeltun, nicht verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg22", sagt Jahweh.
2Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus zu einem störrischen Volk, die auf dem Weg gehen, der nicht gut ist, ihren [eigenen] Gedanken3 nach.
3Das Volk, das mich ständig ins Angesicht reizt; die in den Gärten opfern und auf Ziegeln Rauchopfer darbringen,
4die in den Gräbern sitzen und an verborgenen Orten übernachten, die Schweinefleisch essen und Gräuliches in ihren Gefäßen haben,
5die da sagen: 'Bleib für dich! Komm mir nicht nahe, denn ich bin dir <gegenüber> heilig4!' - diese sind ein Rauch in meiner Nase, ein Feuer, das den ganzen Tag brennt.
6Siehe! Es ist vor mir aufgeschrieben. Ich werde nicht schweigen, bis ich vergolten habe. Und ich werde vergelten - in ihren Schoß hinein!
7Eure Verschuldungen <sind es> mitsamt den Verschuldungen eurer Väter", sagt Jahweh, "die Rauchopfer darbrachten auf den Bergen und mich auf den Hügeln verhöhnten! Ja, ihnen zuerst werde ich zumessen ihren Lohn - in ihren Schoß hinein!"
8So sagt Jahweh: "Wie sich Saft in der Traube findet und man sagt: 'Verdirb sie nicht, denn ein Segen ist in ihr!', so will ich um meiner Knechte willen tun, dass ich nicht das Ganze verderbe.
9Ich bringe aus Jakob Samen hervor, aus Juda einen erblichen Besitzer meiner Berge. Erben5 sollen es meine Erwählten, meine Knechte sollen dort wohnen.
10Scharon6 wird zum Weideland der Schafe und das Tal Achor zum Lagerplatz der Rinder für mein Volk, das mich gesucht hat.
11Ihr aber, die ihr Jahweh verlasst, die ihr meinen heiligen Berg vergesst, die ihr dem Gad7 einen Tisch zurichtet und der Meni8 den Mischkrug füllt:
12Ja, dem Schwert teile ich euch zu, ihr alle müsst zur Schlachtung niederknien, weil ich rief und ihr nicht antwortetet, redete und ihr nicht hörtet, das Böse in meinen Augen tatet und euch erwähltet, was mir nicht gefällt."
13"Darum", so hat mein Herr, Jahweh, gesagt: "Siehe! Meine Knechte werden essen, euch aber wird hungern. Siehe! Meine Knechte werden trinken, euch aber wird dürsten. Siehe! Meine Knechte werden sich freuen, ihr aber werdet zuschanden sein.
14Siehe! Meine Knechte werden jubeln vor Herzenslust9, ihr aber werdet aufschreien vor Herzeleid, und vor Zerbruch10 des Geistes werdet ihr heulen.
15Und ihr werdet euren Namen meinen Erwählten zum Fluchwort hinterlassen: 'Der Herr, Jahweh, soll dich töten!' Seine Knechte aber wird er mit einem anderen Namen benennen,
16sodass der, der da segnet im Lande11, segnen wird bei dem Gott der Treue, und der, der da schwört im Lande, schwören wird bei dem Gott der Treue; denn vergessen sind <dann> die früheren Nöte, ja, verborgen sind sie - von meinen Augen hinweg;"
17"denn - seht! - ich schaffe12 einen neuen Himmel13 und eine neue Erde14. Und des Früheren gedenkt man nicht mehr, es wird nicht mehr aufsteigen im Herzen.
18Vielmehr seid entzückt und frohlockt fort und fort über das, was ich schaffe15, denn seht!, ich schaffe16 Jerusalem zum Frohlocken und sein Volk zum Entzücken!
19Ich frohlocke über Jerusalem und bin entzückt über mein Volk. Und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird darin nicht mehr gehört werden.
20Und es wird dort nicht geben einen Säugling von wenigen Tagen17 und einen Greis, der seine Tage nicht erfüllt18; denn der Jugendliche wird als Hundertjähriger19 sterben, und der Sünder wird als Hundertjähriger vom Fluch getroffen werden20.
21Sie werden Häuser bauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen.
22Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, nicht pflanzen und ein anderer isst; denn wie die Tage eines Baumes werden die Tage meines Volkes sein. Und was ihre Hände erarbeitet haben, werden meine Erwählten [selbst] aufbrauchen.
23Sie werden nicht vergeblich sich mühen und nicht zur Bestürzung gebären, denn [der] Same21 der Gesegneten Jahwehs sind sie und ihre Sprösslinge mit ihnen.
24Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, werde ich antworten, noch während sie reden, werde ich hören.
25Wolf und Lamm weiden zusammen; und der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Und die Schlange: Staub ist nun ihr Brot. Nicht wird man übeltun, nicht verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg22", sagt Jahweh.
Fußnoten
- 1 und befragen (o.: ausforschen)
- 2 o.: über das mein Name nicht genannt worden war; d. h.: das nicht nach meinem Namen benannt war <und mir nicht gehörte>.
- 3 i. S. v.: Plänen; Vorhaben
- 4 i. S. v.: unnahbar
- 5 o.: <Als Erbe> in Besitz nehmen
- 6 Gemeint ist die Scharon-Ebene.
- 7 Gad ist der Glücksgott (Jupiter).
- 8 D. i. die Schicksalsgottheit (Venus).
- 9 o.: aus Wohlleben des Herzens; w.: vor Gutem des Herzens
- 10 o.: Verzweiflung
- 11 o.: auf der Erde (Israels "Erde"; s. V. 17); so a. i. Folg.
- 12 o.: ich bin im Begriff zu schaffen; Jes 66,22.
- 13 eigtl.: neue Himmel (schamajim; im Heb. steht "Himmel" immer in der Mehrzahl.)
- 14 o.: ein neues Land; s. V. 16; vgl. Jes 61,7; 66,8.22; Ps 37,9.11.22.29.34; Mt 5,5.
- 15 o.: was ich zu schaffen im Begriff bin
- 16 o.: ich bin im Begriff zu schaffen
- 17 i. S. v.: der nur wenige Tage erreicht
- 18 d. h.: der sein Lebensalter nicht erreicht.
- 19 w.: ein Sohn von hundert Jahren; so a. i. Folg.
- 20 o.: wird verwünscht, nur ein Hundertjähriger zu werden.
- 21 i. S. v.: Nachfahren
- 22 o.: auf dem ganzen Berg meiner Heiligkeit; o.: auf dem ganzen Berg meines Heiligtums.