Altes Testament
Jesaja Kapitel 57
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
1"Der Gerechte kommt um, und kein Mensch nimmt's zu Herzen. Weggerafft werden die Männer der Treue1, während keiner es merkt; ja, aus Bosheit wird weggerafft der Gerechte:
2In Frieden geht er ein; sie ruhen auf ihren Lagern, [jeder], der seinen geraden Weg ging.
3Ihr aber, tretet heran, Söhne der Orakelsprecherin2, Same3 des Ehebrechers und der Hure!
4Über wen macht ihr euch lustig? Über wen macht ihr den Mund groß [und] streckt ihr die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder der Abtrünnigkeit, eine Brut4 der Lüge,
5die ihr brünstig seid bei den Terebinthen, unter jedem saftig-grünen Baum, die ihr die Kinder schächtetet in den Bachtälern, unterhalb der Felsklüfte?
6An den glatten [Steinen] des Bachtals war dein Losteil. Sie, sie waren dein Los. Auch gossest du ihnen Trankopfer aus, opfertest ihnen Speisopfer. Sollte ich darüber Ruhe finden?
7Auf hohem und erhabenem Berg schlugst du dein Lager auf. Auch stiegst du dort hinauf, Schlachtopfer zu opfern.
8Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du dein Denkzeichen; denn von mir abgewandt5 entblößtest du dich und stiegst hinauf, machtest dein Lager breit, vereinbartest mit ihnen [den Lohn], liebtest ihr Beilager, schautest ihre Männlichkeit6.
9Und zum Melech7 zogst du hin, mit Öl, und mehrtest deine wohlriechenden Salben. Und du sandtest deine Boten hin in die Ferne und erniedrigtest dich8 bis zum Scheol9.
10Von der Menge deiner Wege10 wurdest du müde, und sagtest <doch> nicht: 'Ich geb's auf!'11 Belebung deiner Manneskraft12 fandest du, darum erschlafftest du nicht13.
11Und wen hattest du zu scheuen und zu fürchten, dass du trügerisch wurdest und meiner nicht gedachtest, es nicht zu Herzen nahmst? Nicht wahr, ich schweige14; ja, von Ewigkeit her! Von mir hattest du nichts zu befürchten!
12Ich <aber>, kundmachen werde ich deine 'Gerechtigkeit'! Und deine Machwerke, die werden dir dann nichts nützen!
13Wenn du um Hilfe rufst, <dann> sollen deine [Götzen]haufen dich retten! Und sie alle - ein Wind wird sie forttragen, ein Hauch wird sie wegnehmen! Wer aber Zuflucht nimmt zu mir, wird das Land15 erben, meinen heiligen Berg16 <zum Erbe> besitzen."
14Er sagt: "Macht Bahn17! Macht Bahn! Bereitet den Weg18! Räumt jeden Anstoß19 aus dem Weg meines Volkes!"
15- denn so sagt der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnt und dessen Name der Heilige ist: "In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, zu beleben den Geist der Gebeugten, zu beleben das Herz der Zerschlagenen.
16Fürwahr, nicht ewiglich will ich rechten, nicht für immer will ich zürnen, denn der Geist20 würde verschmachten vor mir, und die Hauch[seelen], die21 ich gemacht habe.
17Wegen der Verschuldung seiner Habsucht22 zürnte ich, schlug ich es23 - mich verbergend -, und ich zürnte, es aber wandelte abtrünnig auf dem Weg seines Herzens.
18Seine Wege habe ich gesehen. Aber ich will es heilen, und ich will es leiten, will Tröstung gewähren24 - ihm und seinen Trauernden,
19Frucht der Lippen schaffend: Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen!", sagt Jahweh. "Ich will es heilen."
20"Aber die Ehrfurchtslosen sind wie das aufgewühlte Meer, denn es kann nicht ruhig sein, seine Wasser wühlen Schlick und Schlamm auf.
21Kein Friede den Ehrfurchtslosen!", sagt mein Gott.
2In Frieden geht er ein; sie ruhen auf ihren Lagern, [jeder], der seinen geraden Weg ging.
3Ihr aber, tretet heran, Söhne der Orakelsprecherin2, Same3 des Ehebrechers und der Hure!
4Über wen macht ihr euch lustig? Über wen macht ihr den Mund groß [und] streckt ihr die Zunge heraus? Seid ihr nicht Kinder der Abtrünnigkeit, eine Brut4 der Lüge,
5die ihr brünstig seid bei den Terebinthen, unter jedem saftig-grünen Baum, die ihr die Kinder schächtetet in den Bachtälern, unterhalb der Felsklüfte?
6An den glatten [Steinen] des Bachtals war dein Losteil. Sie, sie waren dein Los. Auch gossest du ihnen Trankopfer aus, opfertest ihnen Speisopfer. Sollte ich darüber Ruhe finden?
7Auf hohem und erhabenem Berg schlugst du dein Lager auf. Auch stiegst du dort hinauf, Schlachtopfer zu opfern.
8Und hinter die Tür und den Pfosten setztest du dein Denkzeichen; denn von mir abgewandt5 entblößtest du dich und stiegst hinauf, machtest dein Lager breit, vereinbartest mit ihnen [den Lohn], liebtest ihr Beilager, schautest ihre Männlichkeit6.
9Und zum Melech7 zogst du hin, mit Öl, und mehrtest deine wohlriechenden Salben. Und du sandtest deine Boten hin in die Ferne und erniedrigtest dich8 bis zum Scheol9.
10Von der Menge deiner Wege10 wurdest du müde, und sagtest <doch> nicht: 'Ich geb's auf!'11 Belebung deiner Manneskraft12 fandest du, darum erschlafftest du nicht13.
11Und wen hattest du zu scheuen und zu fürchten, dass du trügerisch wurdest und meiner nicht gedachtest, es nicht zu Herzen nahmst? Nicht wahr, ich schweige14; ja, von Ewigkeit her! Von mir hattest du nichts zu befürchten!
12Ich <aber>, kundmachen werde ich deine 'Gerechtigkeit'! Und deine Machwerke, die werden dir dann nichts nützen!
13Wenn du um Hilfe rufst, <dann> sollen deine [Götzen]haufen dich retten! Und sie alle - ein Wind wird sie forttragen, ein Hauch wird sie wegnehmen! Wer aber Zuflucht nimmt zu mir, wird das Land15 erben, meinen heiligen Berg16 <zum Erbe> besitzen."
14Er sagt: "Macht Bahn17! Macht Bahn! Bereitet den Weg18! Räumt jeden Anstoß19 aus dem Weg meines Volkes!"
15- denn so sagt der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnt und dessen Name der Heilige ist: "In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, zu beleben den Geist der Gebeugten, zu beleben das Herz der Zerschlagenen.
16Fürwahr, nicht ewiglich will ich rechten, nicht für immer will ich zürnen, denn der Geist20 würde verschmachten vor mir, und die Hauch[seelen], die21 ich gemacht habe.
17Wegen der Verschuldung seiner Habsucht22 zürnte ich, schlug ich es23 - mich verbergend -, und ich zürnte, es aber wandelte abtrünnig auf dem Weg seines Herzens.
18Seine Wege habe ich gesehen. Aber ich will es heilen, und ich will es leiten, will Tröstung gewähren24 - ihm und seinen Trauernden,
19Frucht der Lippen schaffend: Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen!", sagt Jahweh. "Ich will es heilen."
20"Aber die Ehrfurchtslosen sind wie das aufgewühlte Meer, denn es kann nicht ruhig sein, seine Wasser wühlen Schlick und Schlamm auf.
21Kein Friede den Ehrfurchtslosen!", sagt mein Gott.
Fußnoten
- 1 o.: die frommen Männer
- 2 o.: Zeichendeuterin
- 3 o.: Nachkommenschaft; so a. i. Folg.
- 4 Grundbed.: ein Same
- 5 i. S. v.: mir treulos geworden, w.: hinweg von mir
- 6 w.: ihre Hand (euphemistisch)
- 7 i. S. v.: zum Götzen (Moloch; im Heb. wird ein Gleichlaut mit "König", mäläch, gebildet.); so a. Zef 1,5.
- 8 o.: neigtest dich (in Entwürdigung)
- 9 "Scheol" ist der Bereich der Toten; oft synonym für "Tod".
- 10 w.: deines Weges
- 11 eigtl.: Es ist zum Verzweifeln; es ist vergeblich; i. S. v.: Ich höre damit auf.
- 12 w.: deiner Hand (euphemistisch)
- 13 o.: darum ließest du nicht locker.
- 14 und bin untätig
- 15 o.: die Erde; vgl. Mt 5,5; Ps 37,9.11.22.29.34.
- 16 w.: den Berg meiner Heiligkeit
- 17 eigtl.: Schüttet [eine Straße, einen Hochweg] auf.
- 18 eigtl.: Räumt [die Hindernisse] weg und bahnt den Weg.
- 19 o.: jeden Stolperstein; jeden Anstoß zum Stolpern und Fallen
- 20 o.: der Odem; heb. ruach
- 21 eigtl.: der Atem [eines jeden], den ...; im Heb. steht das Wort für "Hauch" bzw. "Atem" in der Mehrzahl.
- 22 d. i.: wegen der Verschuldung durch seinen ungerechten Gewinn (o.: durch seine Habgier)
- 23 näml.: das Volk (V. 14)
- 24 eigtl.: erstatten