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Altes Testament

Jesaja Kapitel 30

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Wehe den störrischen Söhnen", ist der Spruch Jahwehs, "die einen Plan machen, aber nicht von mir aus, und Verträge abschließen1, aber nicht nach meinem Geist, um Sünde auf Sünde zu häufen;
2die hingehen, um nach Ägypten hinabzuziehen (meinen Mund aber haben sie nicht befragt), Zuflucht zu suchen unter Pharaos Schutz und sich im Schatten Ägyptens zu bergen!
3Aber der Schutz Pharaos wird euch zur Schande werden und das Bergen unter dem Schatten Ägyptens zur Schmach;
4denn mögen seine2 Obersten [auch] in Zoan3 sein und seine Gesandten nach Hanes4 gelangt sein,
5so werden [doch] alle zuschanden werden an einem Volk, das ihnen nichts nützt und nicht zur Hilfe ist noch zum Nutzen, sondern zur Schande und gar zum Hohn."
6Die Last über den Behemot5 des Südens: "Durch ein Land von Not und Angst, aus dem Löwin und Löwe sind, Ottern und fliegende feurige6 Schlangen7, tragen sie ihren Reichtum auf den Rücken von Eseln und ihre Schätze auf den Höckern von Kamelen zu einem Volk, das nicht nützen kann.
7Ägypten nämlich, Dunst und Leere ist, was sie helfen! Darum nenne ich es: Rahab8, die Stillsitzende9."
8Nun komm, schreibe es auf eine Tafel bei ihnen und zeichne es in ein Buch ein, dass es bleibe für einen späteren Tag, für immer10, bis in Ewigkeit;
9denn ein Volk der Widerspenstigkeit ist es, Söhne, die Lügner sind, Söhne, die nicht gewillt sind, Jahwehs Weisung zu hören,
10die zu den Sehern sagen: "Seht nicht!" und zu den Schauenden: "Schaut uns nicht das Richtige. Sagt uns Schmeicheleien. Schaut uns Täuschungen!
11Weicht ab vom Weg! Biegt ab vom Pfad! Schafft von unserem Angesicht weg den Heiligen Israels!"
12"Darum", so sagt der Heilige Israels, "weil ihr dieses Wort verwerft und auf Gewalttat und Verkehrtheit vertraut und euch darauf stützt,
13darum wird diese Schuld für euch sein wie ein Riss, der zum Einsturz [führt], der immer weiter klafft, an einer hohen Mauer, deren Zusammenbruch plötzlich kommt, in einem Augenblick.
14Und man zerbricht sie, wie man einen Töpferkrug zerbricht, der mitleidslos zertrümmert wird; und von seinen zertrümmerten Stücken wird man keine Tonscherbe finden, mit der man Feuer vom Herd holen könnte oder Wasser aus einem Teich schöpfen könnte."
15Fürwahr, so hat mein Herr gesagt, Jahweh, der Heilige Israels: "Durch Umkehren und Ruhen würdet ihr gerettet. Im Stillhalten und im Vertrauen läge eure Stärke11. Aber ihr wolltet nicht
16und sagtet: 'Nein, sondern auf Pferden wollen wir fliehen!' Darum werdet ihr fliehen! Und: 'Auf leichtfüßigen Rennern12 wollen wir reiten!' Darum werden eure Verfolger leichtfüßig rennen!
17Tausend [werden fliehen] vor dem Drohen eines Einzigen, vor dem Drohen von Fünfen werdet ihr fliehen, bis ihr übrig bleibt wie die Flaggenstange auf der Bergspitze, wie ein Feldzeichen auf dem Hügel."
18Und darum wird Jahweh darauf harren, euch gnädig zu sein. Und darum wird er sich erheben, um sich eurer zu erbarmen; denn ein Gott des Rechts ist Jahweh. Selig alle, die auf ihn harren!
19Fürwahr, Volk in Zion, das in Jerusalem wohnt, nie mehr wirst du weinen! Er wird dir auf die Stimme deines Schreiens hin gewisslich Gnade erweisen! Sobald er hört, wird er dir antworten.
20Und gab der Herr euch auch Brot der Not13 und Wasser der Bedrängnis, nicht mehr werden deine Lehrer sich verbergen14, sondern deine Augen sollen deine Lehrer sehen15
21und deine Ohren hinter dir das Wort hören: "Das ist der Weg. Den geht!", wenn ihr euch zur Rechten oder wenn ihr euch zur Linken wendet.
22<Dann> werdet ihr eure16 mit Silber überzogenen Schnitzbilder und eure mit Gold umkleideten Gussbilder unrein machen. Wie ein blutbesudeltes Kleid wirst du sie wegwerfen: "Hinaus [damit]!", wirst du dazu sagen.
23Und er wird Regen geben deiner Saat, die du auf den Erdboden säst, und Brot als Ertrag des Erdbodens. Und es wird saftig und fett17 sein. Dein Vieh wird er weiden18 auf weiter Aue, an jenem Tag.
24Und die Rinder und Esel, die den Erdboden bearbeiten, werden gewürztes Mischfutter19 fressen, das mit Worfschaufel und Gabel geworfelt ist.
25Und auf jedem hohen Berg und auf jedem sich erhebenden Hügel werden Bäche sein, Wasserläufe, am Tag des großen Mordens, wenn [die] Türme fallen.
26Und das Licht des Mondes wird sein wie das Licht der glühenden Sonne. Und das Licht der glühenden Sonne wird siebenfach sein, wie Licht von sieben Tagen, an dem Tag, da Jahweh den Bruch seines Volkes verbinden und die Wunde seines Schlages heilen wird.
27Siehe! Der Name Jahwehs kommt von fernher: brennend sein Zorn, gewaltig der aufsteigende Rauch, seine Lippen voller Entrüstung, seine Zunge wie verzehrendes Feuer,
28sein Odem20 wie ein überflutender Bach, der bis an den Hals reicht, um die Völker zu schwingen mit einem Schwingsieb der Enttäuschung21 und um einen irreleitenden Zügel [anzulegen] an die Kinnbacken der Völkerschaften.
29Da werdet ihr Gesänge haben wie in der Nacht der Festweihe und Fröhlichkeit des Herzens wie bei dem, der mit Flötenspiel dahinzieht, um auf den Berg Jahwehs zu kommen, zu Israels Fels.
30Und Jahweh wird hören lassen die Majestät seiner Stimme und sehen lassen das Niederfahren seines Arms in der Wut seines Zorns und in Flammen verzehrenden Feuers - Platzregen, Wolkenbruch und Hagelsteine!
31Ja, vor der Stimme Jahwehs schrickt Assur zusammen. Mit dem Stock schlägt er zu.
32Und es wird geschehen, jedes Einherfahren des Züchtigungsstockes22, den Jahweh auf es herabfahren lässt, erfolgt unter Tamburin und Leierspiel. Und mit geschwungenem Arm wird er Krieg gegen es führen;
33denn schon längst ist eine Brandstätte23 errichtet, auch für den König ist sie bereitet. Man machte tief, man machte breit ihren Holzstoß - Feuer und Holz sind in Menge vorhanden. Wie ein Schwefelstrom setzt der Atem Jahwehs ihn in Brand.

Fußnoten

  1. 1 eigtl.: Gussbild gießen, o.: (wie bei Vertragsschluss üblich) Trankopfer spenden
  2. 2 d. h.: Judas
  3. 3 D. i. eine Stadt am Nil, Jes 19,11.
  4. 4 D. i. Herakleopolis am Nil.
  5. 5 D. i. ein nilpferdartiges Tier; hier ein Bild für Ägypten.
  6. 6 o.: brennende; entzündende; vmtl.: giftige
  7. 7 o.: geflügelte Feuerdrachen
  8. 8 o.: das Ungetüm; d. i. ein Seeungeheuer (Ps 89,11; Hi 26,12); Grundbed.: ungestüm; tobend; hier symbolisch für Ägypten.
  9. 9 mit Vokaländerung: Rahab, die zum Schweigen gebrachte (Anm.: Vokale wurden von den Masoreten später gesetzt und können auf fehlerhafte Interpretationen des Konsonantentextes zurückgehen.)
  10. 10 mit Vokaländerung u. aram., syr. u. lat. Üsg.: damit es für einen späteren Tag als Zeuge bleibe
  11. 11 o.: bestünde euer Heldentum.
  12. 12 o.: auf flinken Rennern; "Rennern" kann sich auf Pferde o. Dromedare beziehen.
  13. 13 i. S. v.: verkürzte Brotration
  14. 14 "Lehrer" steht in der Mehrzahl, aber das Zeitwort in der Einzahl, was im Heb. nicht unüblich ist.
  15. 15 o.: fortwährend sehen; w.: sehend sein (Der durative Aspekt wird betont.)
  16. 16 eigtl.: deine; so a. i. Folg.
  17. 17 i. S. v.: nahrhaft und reichhaltig
  18. 18 und hüten
  19. 19 o.: gemischtes Sauerfutter; gemeint ist eine Mischung von zusammengesäten Getreidearten, ein Leckerbissen für das Vieh.
  20. 20 o.: sein Hauch; i. S. v.: sein Schnauben; heb. ruach
  21. 21 o.: des Verderbens
  22. 22 eigtl.: des Stocks der Anordnung, d. h.: des Stocks der von Jahweh angeordneten Züchtigung
  23. 23 o.: Gräuelopferstätte; heb. taftäh, abgeleitet von Tofet (einem Ort im Tal Ben-Hinnom bei Jerusalem), dem Sitz des Molochdienstes.