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Altes Testament

Jesaja Kapitel 49

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1"Hört auf mich, Küstenländer1! Merkt auf, Stämme in der Ferne! Jahweh hat mich gerufen von [Mutter]leib an, hat von meiner Mutter Schoß an erwähnt meinen Namen.
2Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, versteckte mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zu einem geglätteten Pfeil, verbarg mich in seinem Köcher.
3Und er sagte zu mir: 'Mein Knecht bist du, [bist] Israel, in dem ich mich herrlich mache2.'
4Ich aber sagte: 'Vergeblich habe ich mich abgemüht, meine Kraft verbraucht für Leeres3 und für Dunst. Doch mein Recht ist bei Jahweh und mein Lohn bei meinem Gott.'"
5Nun aber hat Jahweh gesprochen, der mich von [Mutter]leib an formte4, für sich zum Knecht, um Jakob zu ihm zurückzubringen - und Israel ist nicht gesammelt worden5 - (und ich bin geehrt in den Augen Jahwehs, und mein Gott ist meine Stärke6 geworden),
6er sagte: "Es ist zu gering, dass du mir zum Knecht wurdest, um die Stämme Jakobs erstehen zu lassen7 und die Bewahrten Israels zurückzubringen. Ich habe dich gesetzt zum Licht der Völker8, dass du mein Heil seist bis ans Ende der Erde."
7So sagt Jahweh, der Erlöser Israels9, sein Heiliger, zu dem aus der Seele Verachteten10, zum Abscheu des Volkes*11, zum Knecht der Herrschenden: "Könige werden es sehen und sich erheben, <auch> Oberste, und sich huldigend niederwerfen, um Jahwehs willen, der treu ist, [um] des Heiligen Israels [willen], der dich erwählt hat."
8So sagt Jahweh: "Zur angenehmen Zeit12 erhörte ich dich, und am Tag des Heils half ich dir. Und ich behütete dich und gab dich als Bund für das Volk, die Erde13 erstehen zu lassen, die verödeten Erbteile <als Erbe> auszuteilen,
9zu den Gefangenen zu sagen: 'Geht hinaus!', zu denen, die in Finsternis sind: 'Werdet offenbar!'" "An den Wegen werden sie weiden, und auf allen kahlen Höhen wird ihre Weide sein.
10Es wird sie nicht hungern, es wird sie nicht dürsten, weder Wüstenglut14 noch Sonne sie treffen, denn ihr Erbarmer wird sie leiten und zu Wasserquellen führen15.
11Alle meine Berge mache ich zu einem Weg, und meine Straßen werden erhöht sein.
12Siehe! Diese kommen von ferne und - siehe! - jene vom Norden und vom Meer16 und jene aus dem Land der Siniter17."
13"Jubelt, [ihr] Himmel, frohlocke, [du] Erde, brecht in Jubel aus, Berge, denn Jahweh tröstet sein Volk, seiner Gebeugten erbarmt er sich!"
14Zion sagt: "Jahweh hat mich verlassen." Und: "Mein Herr hat mich vergessen." -
15"Vergisst [denn] eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten gar diese vergessen, ich aber, ich vergesse dich nicht.
16Siehe! In beide Handflächen habe ich dich geritzt! Deine Mauern sind beständig vor mir.
17Deine Söhne18 eilen herbei. Deine Zerstörer und deine Verwüster ziehen von dir weg.
18Erhebe ringsum deine Augen und sieh! Sie alle versammeln sich, kommen zu dir. So wahr ich lebe", ist der Spruch Jahwehs, "ja, du wirst sie alle dir anlegen wie ein Geschmeide, und wirst sie dir umbinden wie eine Braut;
19denn deine Trümmerstätten und deine verödeten Örter und dein verwüstetes Land - ja, nun wird es dir zu eng vor Bewohnern, und deine Verschlinger werden fern sein.
20Die Söhne deiner Kinderlosigkeit19 werden noch sagen in deine Ohren: 'Der Raum ist mir zu eng. Mach mir Platz, dass ich wohne!'
21Und du wirst in deinem Herzen sagen: 'Wer hat mir diese geboren? Ich war doch der Kinder beraubt, ich war unfruchtbar, in der Verbannung und abgewichen! Und diese, wer zog sie groß? Sieh! Ich war allein übrig geblieben. Diese - wo sind sie her?'"
22So sagt der Herr, Jahweh: "Siehe! Ich erhebe meine Hand zu den Völkern, zu den Volksscharen richte ich mein Feldzeichen auf, und sie bringen deine Söhne im Gewandbausch20, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen.
23Und Könige werden deine Betreuer21 sein und ihre Gebieterinnen deine Ammen. Mit dem Gesicht zur Erde wirft man sich huldigend nieder vor dir. Man leckt den Staub deiner Füße. Dann wirst du erkennen: Ich bin Jahweh, an dem nicht zuschanden werden die, die auf mich hoffen22."
24"Kann man dem Starken23 die Beute entreißen? Oder kann eine rechtmäßige Gefangenenschar24 entkommen?"
25"Fürwahr", so sagt Jahweh: "Auch die Gefangenenschar des Starken soll [ihm] entrissen werden, und die Beute des Gewaltigen soll entkommen. Und ich selbst werde bekämpfen den, der dich bekämpft. Und ich selbst werde deine Söhne retten.
26Und ich lasse deine Bedrücker ihr [eigenes] Fleisch essen, und an ihrem [eigenen] Blut sollen sie trunken werden wie von Most. Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, Jahweh, dein Retter bin, und der dich Erlösende25, der Mächtige Jakobs."

Fußnoten

  1. 1 und Inseln.
  2. 2 o.: mit dem ich mich ziere; o.: mit dem ich mich brüste.
  3. 3 o.: für Öde; o.: für nichts
  4. 4 eigtl.: der mich Formende; mein Former
  5. 5 so der überlieferte Konsonantentext; die Masoreten lesen: "und dass Israel zu ihm gesammelt werde".
  6. 6 o.: mein Schutz
  7. 7 o.: erstehen zu machen; zum Auferstehen zu bringen; so a. V. 8.
  8. 8 o.: zum Licht derer von den Völkern (o.: der Heiden; Apg 13,47)
  9. 9 o.: der Israel Erlösende; der im Begriff ist, Israel zu erlösen
  10. 10 o.: zu dem von Herzen Verachteten (i. S. v.: ganz und gar Verachteten); w.: zu dem Verachteten der Seele
  11. 11 goj wird sonst für die heidnischen Völker gebraucht.
  12. 12 o.: Zur Zeit des wohlwollenden Annehmens (o.: der Gunst; des Wohlgefallens)
  13. 13 ärez ist hier auf Israels Erde bezogen: das Land
  14. 14 o.: Luftspiegelung
  15. 15 und [dort] ruhen lassen.
  16. 16 d. h.: vom Westen
  17. 17 D. i. ein Volk im fernen Osten.
  18. 18 So der Mas. T.; n. Qumran-Hss u. lat. Hss: Deine Erbauer
  19. 19 i. S. v.: Die Kinder deines einstigen kinderlosen Zustandes
  20. 20 o.: im Schoß
  21. 21 o.: Pfleger
  22. 22 und harren.
  23. 23 o.: dem Heldenhaften; hier bezogen auf die Chaldäer.
  24. 24 i. S. v.: eine Schar, bestehend aus rechtmäßig Gefangenen; hier bezogen auf die verschleppten Juden.
  25. 25 o.: der im Begriff ist, dich zu erlösen