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Altes Testament

Psalmen Kapitel 104

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Lobe Jahweh, meine Seele! Jahweh, mein Gott, du bist sehr groß, in Hoheit und Pracht1 gekleidet,
2[der] in Licht sich hüllt wie in einen Mantel, [der] die Himmel ausspannt wie ein Zeltdach,
3der seine Gemächer errichtet in den Wassern, der Wolken macht zu seinem Gefährt, der dahinfährt auf den Flügeln des Windes,
4[der] seine Engel2 zu Winden macht, seine Dienstleistenden zu einer Feuerflamme.
5Er hat das Erdreich gegründet auf seine Grundfesten. Nie wird es wanken - für immer und ewig.
6Mit der Tiefe bedecktest du es wie mit einem Kleid. Die Wasser standen über den Bergen;
7vor deinem Schelten flohen sie; vor der Stimme deines Donners eilten sie fort;
8es hoben sich die Berge, es senkten sich die Täler an den Ort, den du ihnen festgesetzt hattest.
9Du hast [ihnen] eine Grenze gesetzt, die überschreiten sie nie; sie werden nie wiederkehren, das Erdreich zu bedecken.
10[Du bist es,] der Quellen entsendet in die Bachtäler: Zwischen den Bergen fließen sie dahin,
11tränken alle Tiere des Feldes; die Wildesel stillen ihren Durst.
12An ihnen3 wohnen die Vögel des Himmels. Von den Zweigen her lassen sie ihre Stimme erschallen.
13[Du bist es,] der die Berge tränkt aus seinen Obergemächern (von deiner Werke Frucht wird die Erde satt),
14der Gras hervorsprossen lässt für das Vieh, Pflanzengewächs zum Dienst des Menschen4, um Brot hervorzubringen aus der Erde
15und Wein, der das Herz der Sterblichen5 erfreut, um vom Öl das Gesicht glänzend zu machen, und Brot, das das Herz der Sterblichen stärkt6.
16Die Bäume Jahwehs werden satt, die Zedern des Libanon, die er pflanzte,
17wo die Vögel Nester bauen, der Storch - Wacholderbäume sind sein Haus.
18Die hohen Berge sind für die Steinböcke, die Felsen eine Zuflucht für die Klippdachse.
19Er hat den Mond gemacht für die bestimmten Zeiten7. Die Sonne weiß ihren Untergang.
20Du setzt Dunkelheit; und es wird Nacht; in ihr regt sich alles Getier des Waldes;
21die jungen Löwen brüllen nach Raub und fordern vom Starken8 ihre Nahrung.
22Die Sonne geht auf, sie ziehen sich zurück, lagern sich in ihre Höhlen.
23Der Mensch geht aus an sein Werk, an seine Arbeit bis zum Abend.
24Wie viele sind deine Werke, Jahweh! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht. Die Erde ist voll deiner Güter.9
25Da ist das Meer, groß und weit nach allen Seiten. Ein Gewimmel ist dort, ohne Zahl, Tiere klein und groß.
26Dort ziehen Schiffe. Da ist der Leviatan10, den du gebildet hast, dass er darin spiele11.
27Sie alle warten12 auf dich, dass du ihnen die Speise gibst zu seiner Zeit.
28Du gibst ihnen, sie sammeln ein; du tust deine Hand auf, sie werden satt von Gutem;
29du verbirgst dein Angesicht, sie erschrecken; du ziehst ihren Odem13 ein, sie verscheiden14 und kehren zu ihrem Staub zurück.
30Du sendest deinen Odem aus, sie werden geschaffen - und du erneuerst das Antlitz15 des Erdbodens.
31Die Herrlichkeit Jahwehs währt ewiglich. Jahweh freue sich seiner Werke;
32der die Erde anblickt, und sie zittert, die Berge anrührt, und sie rauchen.
33Ich will Jahweh singen, mein Leben lang16! Ich will meinem Gott spielen17, solange ich bin!
34Möge ihm angenehm sein mein Gedicht18. Ich freue mich an Jahweh.
35Mögen die Sünder zu Ende kommen, von der Erde hinweg, und die Ehrfurchtslosen nicht mehr sein! Lobe Jahweh, meine Seele! Hallelu-Jah19!

Fußnoten

  1. 1 o.: in Majestät und Glanz
  2. 2 eigtl.: Boten
  3. 3 d. i.: An ihren Ufern
  4. 4 heb. adam, so a. V. 23.
  5. 5 o.: der Hinfälligen; der schwachen Menschen (änosch); zweimal in V. 15.
  6. 6 und erfrischt.
  7. 7 d. h.: zur Zeitbestimmung; moadim sind festgesetzte bzw. feste Zeitpunkte und/oder -abschnitte.
  8. 8 heb. El
  9. 9 o.: Das Land ist voll deines Besitztums (bzw.: Eigentums).
  10. 10 D. i. ein Seeungeheuer; vgl. Hi 3,8; 40,25; Jes 27,1.2.
  11. 11 o.: um mit ihm zu spielen.
  12. 12 o.: hoffen
  13. 13 o.: Lebenshauch; Grundbed.: Wind; Geist (heb. ruach)
  14. 14 eigtl.: sie hauchen aus
  15. 15 o.: die Oberfläche; das Aussehen
  16. 16 eigtl.: während meines Lebens.
  17. 17 und singen
  18. 18 o.: meine Betrachtung; meine nachsinnende Rede
  19. 19 S. Begriffsverz. im Ergänzungsband.