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Altes Testament

Psalmen Kapitel 69

Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022

1Dem leitenden Musiker Nach "Lilien" Von David
2Rette mich, Gott, denn die Wasser sind bis an die Seele gekommen!
3Ich sinke in tiefen Schlamm, kein Grund ist da. Ich bin in tiefe Wasser geraten, die Flut überspült mich.
4Ich bin müde vom Rufen. Meine Kehle ist entzündet. Meine Augen schwinden im Warten auf meinen Gott.
5Mehr als die Haare meines Hauptes sind die, die ohne Grund mich hassen. Mächtig1 sind, die mich verstummen lassen wollen, die zu Unrecht mir feind sind. Was ich nicht raubte, soll ich erstatten.
6Du, Gott, du kennst meine Narrheit, meine Verschuldungen sind dir nicht verborgen.
7Mögen nicht an mir beschämt werden, die auf dich hoffen, Herr, Jahweh der Heere! Mögen nicht an mir zuschanden werden, die dich suchen, Gott Israels!,
8denn, deinetwegen trage ich Hohn, bedeckt Schande mein Angesicht.
9Entfremdet bin ich meinen Brüdern fremd2 den Söhnen meiner Mutter;
10denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, die Beschimpfungen derer, die dich beschimpfen, fielen auf mich.
11Als ich weinte, als meine Seele im Fasten war, wurde es mir zu Beschimpfungen.
12Als ich in Sacktuch3 mich kleidete, wurde ich ihnen zum Sprichwort.
13Die im Tor sitzen, schwatzen von mir. Ich bin das Saitenspiel der Zecher4.
14Doch ich, mein Gebet ist zu dir, Jahweh, zur Zeit des Annehmens5. Gott, durch deine große Güte erhöre mich in der Treue6 deines Heils.
15Reiße mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke! Lass mich entrissen werden meinen Hassern und den Tiefen der Wasser!
16Die Wasserflut spüle mich nicht fort, die Tiefe möge mich nicht verschlingen, noch die Grube ihren Mund über mir schließen!
17Erhöre mich, Jahweh, denn gut ist deine Güte7. Wende dich zu mir nach der Menge deiner Erbarmungen!
18Und verbirg nicht dein Antlitz vor deinem Knecht, denn mir ist bange. Eilends erhöre mich!
19Nahe meiner Seele! Löse mich aus! Meiner Feinde wegen kaufe mich los.
20Du, du kennst meinen Hohn und meine Schmach und meinen Schimpf. Vor dir sind alle meine Bedränger.
21Der Hohn bricht mir das Herz, macht mich schwach. Ich hoffte auf Mitleid, und da war keins, und auf Tröster, und ich fand keine.
22Zur Speise gaben sie mir Galle, in meinen Durst tränkten sie mich mit Essig8.
23Ihr Tisch werde vor ihnen zur Schlinge und den Sorglosen9 zum Fallstrick.
24Verfinstert seien ihre Augen, dass sie nicht sehen. Und mögen ständig wanken ihre Hüften.10
25Schütte deine Entrüstung11 über sie aus, und die Glut deines Zorns erreiche sie!
26Ihre Wohnstätte werde öde; in ihren Zelten soll niemand wohnen;
27denn den, den du geschlagen hast, haben sie verfolgt, und vom Schmerz deiner Durchbohrten erzählen sie.
28Füge Schuld zu ihrer Schuld! Lass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit!
29Gelöscht werden sollen sie aus dem Buch des Lebens, nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!
30Ich aber bin gebeugt, mir ist wehe. Deine Hilfe, o Gott, rücke mich empor12.
31Preisen will ich den Namen Gottes im Lied und ihn groß machen mit Lob.
32Das gefällt Jahweh besser als ein Stier, ein Jungstier mit Hörnern, gespaltenen Klauen.
33Die Gebeugten werden es sehen, sich freuen. Ihr, die ihr Gott sucht13, euer Herz lebe auf!,
34denn Jahweh hört auf die Bedürftigen, und seine Gefangenen verachtet er nicht.
35Ihn sollen preisen Himmel und Erde, die Meere und alles, was in ihnen wimmelt,
36denn Gott wird Zion retten und die Städte Judas bauen, sie werden dort wohnen, es in Besitz nehmen.
37Der Same seiner Knechte wird sie zum Erbe erhalten. Die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.

Fußnoten

  1. 1 o.: Zahlreich
  2. 2 eigtl.: ein Ausländer
  3. 3 D. i. ein dunkler Stoff aus grobem Gewebe, getragen als Zeichen der Trauer, Buße und Demütigung.
  4. 4 w.: derer die, Rauschtrank trinken.
  5. 5 o.: Wohlwollens
  6. 6 o.: Wahrheit
  7. 7 und Treue.
  8. 8 o.: saurem Wein; gemeint ist mit Wasser verdünnter Weinessig.
  9. 9 o.: den Zufriedenen; den in Wohlstand Lebenden
  10. 10 n. Röm 11,10 u. d. gr. Üsg.: Und ihren Rücken beuge immerzu.
  11. 11 o.: dein Zürnen; deine Strafgerichte
  12. 12 o.: rücke mich in [unerreichbare] Höhe; d. h.: setze mich in Sicherheit; schütze mich
  13. 13 und nach ihm fragt (Grundbed.: forschen)