Altes Testament
Psalmen Kapitel 22
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
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1Dem leitenden Musiker Nach "Hirschkuh der Morgenröte" Ein Psalm Von David
2Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen1, bist fern von meiner Rettung, den Worten meines Gestöhns?
3Mein Gott! Ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht, und bei Nacht, und mir wird keine Ruhe.
4Doch du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.
5Auf dich vertrauten unsere Väter. Sie vertrauten, und du hast sie gerettet.
6Zu dir riefen sie und konnten entkommen. Sie vertrauten auf dich, wurden nicht beschämt.
7Ich aber bin ein Wurm und kein Mann, ein Hohn der Leute, verachtet vom Volk.
8Alle, die mich sehen, verspotten mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
9"Wälze es auf Jahweh!" - "Der soll ihn retten, befreie ihn, wenn er Gefallen an ihm hat."
10Ja, du bist es, der mich aus dem Mutterleib gezogen, der mich vertrauen ließ an meiner Mutter Brüsten.
11Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß an. Vom Leib meiner Mutter an bist du mein <starker> Gott.
12Sei nicht ferne von mir, denn Bedrängnis ist nahe, kein Helfer ist da.
13Viele Stiere umgeben mich, gewaltige von Baschan umringen mich.
14Sie sperren ihr Maul gegen mich auf wie ein reißender und brüllender Löwe.
15Wie Wasser bin ich hingeschüttet. Alle meine Gebeine zertrennen sich. Wie Wachs ist mein Herz, es zerfließt in meinem Innern2.
16Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, meine Zunge klebt mir am Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich.
17Ja, Hunde umgeben mich, der Bösgesinnten Schar hat mich umzingelt. Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt3.
18Ich zähle alle meine Gebeine. Sie schauen her und sehen mich an.
19Sie teilen meine Kleider unter sich, und um mein Gewand werfen sie das Los.
20Aber du, Jahweh, sei nicht ferne! Meine Stärke, eile mir zur Hilfe!
21Entreiße dem Schwert meine Seele, meine einzige4, aus des Hundes Gewalt.
22Rette mich von dem Rachen des Löwen, den Hörnern der Wildstiere! - Du hast mich erhört.
23Ich will deinen Namen <lobend> künden meinen Brüdern, inmitten der Versammlung dir lobsingen.
24Ihr, die ihr Jahweh fürchtet, preist ihn. Aller Same Jakobs, ehrt ihn! Scheut euch vor ihm, aller Same Israels!,
25denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Gebeugten, noch sein Antlitz vor ihm verborgen. Als er zu ihm rief, hörte er.
26Von dir her ist mein Lobgesang in großer Versammlung. Meine Gelübde will ich bezahlen vor denen, die ihn fürchten.
27Die Gebeugten werden essen und satt werden. Es werden Jahweh preisen, die ihn suchen5. Es lebe euer Herz für immer!
28Dessen werden gedenken und zu Jahweh sich wenden alle Enden der Erde6 und vor deinem Angesicht huldigen alle Sippen7 der Völker;
29denn Jahwehs ist das Königtum, und er herrscht über die Völker.
30Essen werden und huldigen werden alle Fetten der Erde. Vor seinem Angesicht werden sich beugen alle, die zum Staub hinabfahren, und wer seine Seele nicht am Leben hielt.
31Ein Same8 wird ihm dienen. Es wird dem Geschlecht9 erzählt werden von meinem Herrn.
32Sie werden kommen und künden seine Gerechtigkeit dem Volk, das geboren wird, dass er es getan hat.
2Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen1, bist fern von meiner Rettung, den Worten meines Gestöhns?
3Mein Gott! Ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht, und bei Nacht, und mir wird keine Ruhe.
4Doch du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.
5Auf dich vertrauten unsere Väter. Sie vertrauten, und du hast sie gerettet.
6Zu dir riefen sie und konnten entkommen. Sie vertrauten auf dich, wurden nicht beschämt.
7Ich aber bin ein Wurm und kein Mann, ein Hohn der Leute, verachtet vom Volk.
8Alle, die mich sehen, verspotten mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
9"Wälze es auf Jahweh!" - "Der soll ihn retten, befreie ihn, wenn er Gefallen an ihm hat."
10Ja, du bist es, der mich aus dem Mutterleib gezogen, der mich vertrauen ließ an meiner Mutter Brüsten.
11Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß an. Vom Leib meiner Mutter an bist du mein <starker> Gott.
12Sei nicht ferne von mir, denn Bedrängnis ist nahe, kein Helfer ist da.
13Viele Stiere umgeben mich, gewaltige von Baschan umringen mich.
14Sie sperren ihr Maul gegen mich auf wie ein reißender und brüllender Löwe.
15Wie Wasser bin ich hingeschüttet. Alle meine Gebeine zertrennen sich. Wie Wachs ist mein Herz, es zerfließt in meinem Innern2.
16Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, meine Zunge klebt mir am Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich.
17Ja, Hunde umgeben mich, der Bösgesinnten Schar hat mich umzingelt. Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt3.
18Ich zähle alle meine Gebeine. Sie schauen her und sehen mich an.
19Sie teilen meine Kleider unter sich, und um mein Gewand werfen sie das Los.
20Aber du, Jahweh, sei nicht ferne! Meine Stärke, eile mir zur Hilfe!
21Entreiße dem Schwert meine Seele, meine einzige4, aus des Hundes Gewalt.
22Rette mich von dem Rachen des Löwen, den Hörnern der Wildstiere! - Du hast mich erhört.
23Ich will deinen Namen <lobend> künden meinen Brüdern, inmitten der Versammlung dir lobsingen.
24Ihr, die ihr Jahweh fürchtet, preist ihn. Aller Same Jakobs, ehrt ihn! Scheut euch vor ihm, aller Same Israels!,
25denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Gebeugten, noch sein Antlitz vor ihm verborgen. Als er zu ihm rief, hörte er.
26Von dir her ist mein Lobgesang in großer Versammlung. Meine Gelübde will ich bezahlen vor denen, die ihn fürchten.
27Die Gebeugten werden essen und satt werden. Es werden Jahweh preisen, die ihn suchen5. Es lebe euer Herz für immer!
28Dessen werden gedenken und zu Jahweh sich wenden alle Enden der Erde6 und vor deinem Angesicht huldigen alle Sippen7 der Völker;
29denn Jahwehs ist das Königtum, und er herrscht über die Völker.
30Essen werden und huldigen werden alle Fetten der Erde. Vor seinem Angesicht werden sich beugen alle, die zum Staub hinabfahren, und wer seine Seele nicht am Leben hielt.
31Ein Same8 wird ihm dienen. Es wird dem Geschlecht9 erzählt werden von meinem Herrn.
32Sie werden kommen und künden seine Gerechtigkeit dem Volk, das geboren wird, dass er es getan hat.
Fußnoten
- 1 heb. Eli eli lamah asabtani; vgl. Mt 27,46; Mk 15,34. (Ps 22,19 wird in Joh 19,24 auf den Messias Jesus bezogen, Ps 22,23 in Hebr 2,12.) Eli bed. "Mein <starker> Gott".
- 2 eigtl.: in meinen Eingeweiden.
- 3 Das seltene heb. Wort karah ist mit "durchbohren" bzw. "durchgraben" zu üsn.; so a. d. gr. Üsg. (ooruksan; d. i.: durchgruben; durchbohrten); die Masoreten vokalisierten in der nachchristlichen Zeit (im 8. Jahrhundert) das Zeitwort so, dass man nicht mehr "durchbohren" bzw. "durchgraben" las; Mas. T.: "Einem Löwen gleich sind meine Hände und Füße".
- 4 o.: meine einsame; möglicherw. i. S. v.: mein einziges Gut.
- 5 und nach ihm fragen (eigtl.: forschen).
- 6 o.: alle Ränder des Erdreichs
- 7 o.: Familien; Geschlechter
- 8 o.: Nachkommenschaft
- 9 o.: der [künftigen] Generation